Schloss (Wasserhof) und Ort

Die Besiedelung von Niederösterreich erfolgte um das Jahr 1000 n. Chr. von Bayern und Franken ausgehend sehr planmäßig. Der deutsche Kaiser vergab weite Landstriche an Grundherren, und diese belehnten mit einem Teil des Landes freie Bauern.
So entstand in der Gneixendorf ein Lehenshof als Vorläufer des heutigen Wasserhofes und zehn bäuerliche Hofstellen „Hufen“, welche westlich der Hauptstraße zwischen Limbergstraße und Holtergasse lagen.

Grundherr in Gneixendorf war das Geschlecht der Herren vom Machland. Otto vom Machland vermachte im Jahre 1141 das Gut Gneixendorf dem Zisterzienserkloster Baumgartenberg (in Oberösterreich), da er keine Erben hatte.
Später ging die Grundherrschaft auf das Zisterzienserkloster Aldersbach in Bayern über, Baumgartenberg behielt sich jedoch sechs der in der Zwischenzeit vermehrten Hofstellen.

Im 16. Jahrhundert erlitten viele Klöster einen wirtschaftlichen Niedergang, sodass im Jahre 1574 das Kloster Aldersbach viele Besitzungen in Gneixendorf an den Kremser Bürger Georg Payer verkaufen musste. Seit dieser Zeit wurde das Schloss „Wasserhof“ genannt. Einen Teil der Besitzungen behielt sich Aldersbach jedoch zurück, unter anderem ein Gebäude welches als Leserhof genutzt und „Freihofhaus“ genannt wurde. Das ist der heutige „Trautingerhof“, auch Beethovenhaus genannt.
Nachforschungen ergaben, dass Beethoven hier nie gewohnt hat, sondern immer nur im Wasserhof seines Bruders Johann. Den Trautingerhof besaß Aldersbach bis 1806, dann ging er wie der Wasserhof im schnellen Besitzwechsel von Hand zu Hand, was darauf hinweist, dass das Gut Gneixendorf immer wirtschaftlich schwer zu führen und wenig ertragreich war.

 

Inzwischen wurde der Wasserhof von den neuen Besitzern renoviert.

Außenansichten des  Wasserhofes (Schlosses Gneixendorf) nach der Renovierung.
Die Fotos wurden vom Besitzer zur Verfügung gestellt.