Beethoven in Gneixendorf

Obwohl in Bonn/Deutschland geboren, zählt Beethoven zu den vier „Musikalischen Klassikern“ in Österreich. Schon zu Lebzeiten war er als Genie anerkannt und er wird als sehr impulsiv und unstet beschrieben. Beethoven kam im November 1792 nach Wien und starb hier im März 1827.

In Wien sind 26 verschiedene Wohnstätten nachgewiesen, außerdem hatte Beethoven eine Wohnung in Baden bei Wien. Seine ständigen Übersiedlungen lagen nach der Überlieferung auch daran, dass er zufolge seiner zunehmenden Taubheit sehr misstrauisch und streitbar war und es nicht vertrug, dass ihm jemand beim Komponieren am Klavier zuhörte, weil er nicht wollte, dass sich andere Personen seiner musikalischen Einfälle bedienten.

Die hygienischen Verhältnisse um 1800 waren mit den heutigen nicht zu vergleichen. Beethoven erkrankte an einer Hepatitis, die ihm 1826 so sehr zusetzte, dass er der Einladung seines Bruders Johann nach Gneixendorf folgte. Hier kam er Ende September an und blieb bis Ende November. Für Kost und Quartier im Schloss Wasserhof musste Ludwig seinem Bruder Johann vier Gulden pro Tag bezahlen. Über Gneixendorf schrieb er, der Name erinnere ihn an eine brechende Wagenachse, die Luft sei hier gesund, über das Sonstige müsse man das „Memento Mori“ (bedenke dass du sterblich bist) machen.

Beethovens Gesundheitszustand verschlechterte sich immer mehr, bis der streitbare Geist mit seinem Bruder und dessen Familie in Zwist geriet und er fluchtartig abreiste. Auf dem Weg nach Wien holte er sich eine Lungenentzündung, von der er sich nicht mehr erholte. Auch wenn er in Gneixendorf „Der närrische und terrische Bruder vom Gnä Herrn“ oder „Der grauperte Musikant“ genannt wurde, der es schaffte, mit seinem ungewöhnlichen Gehabe „junge Zugochsen scheu“ zu machen, wird Gneixendorf immer ein positives Gedenken an Ludwig van Beethoven bewahren.

Beethovenhaus

Das Beethovenhaus steht südlich von Schloss Wasserhof (Schlossstraße 19)

Durch ein Rundbogenportal mit Giebelrahmen und steinernem Wappen gelangt man zu dem kubischen zweigeschoßigen Bau mit Mansardenwalmdach. Der heutige Bau, der aus dem 18. Jh. stammt, mit gemalter Ortbänderung und großen rechteckigen Fenstern verbirgt einen älteren Kern, der wahrscheinlich aus dem 16 Jh. stammt. Die schöne klassizistischen Ausstattung und Einrichtung im 1. Stock sind um 1800 entstanden. Aus dem selben Zeitalter sind die Papiertapeten mit romantischer Landschaftsmalerei (Wasserfälle und griechisch, römische und orientalische Gebäude) sowie gemalte Scheinarchitektur.

Beethoven hat hier nie gewohnt, aber wahrscheinlich war er gelegentlich zu Besuch während seines Landaufenthalts in Gneixendorf im Jahre 1826.

Die Räumlichkeiten im 1. Stock werden von der Fam. Gettinger als Privatmuseum betrieben und sind auch gegen Voranmeldung unter der Telefonnummer +43650 4353290 zu besichtigen.